Neuheiten 2017 : Oz

Anlässlich der Cersaie 2016, der internationalen Messe der Keramik für die Architektur und die Badezimmereinrichtung hat Novoceram die Serie Oz, ein Sortiment von Fliesen aus durchgefärbtem Feinsteinzeug mit Stein-Optik entworfen, um in Innenbereichen Böden und Wände zu gestalten.

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Um mehr über die Besonderheit dieser einzigartigen Kollektion zu erfahren haben wir beschlossen, Davide Possati, Produktmanager und Koordinator des Oz-Projekts zu interviewen.

Oz ist das Hauptprodukt von Novoceram für 2017. Um was handelt es sich hierbei?

Technisch gesehen handelt es sich um durchgefärbtes Feinsteinzeug, wahrscheinlich das leistungsfähigste und vielseitigste Material, das für Böden und Wandbeläge verwendet wird. Es ist eine Keramik mit sogenannter “Stein-Optik”, auch wenn wir bei Novoceram diesen Ausdruck nicht wirklich mögen, denn nur von einer “Optik” zu sprechen scheint uns zu simpel. Auf der einen Seite ist da die große Ähnlichkeit mit dem Naturstein, denn eine verlegte Fliese ist praktisch nicht von dem Originalmaterial zu unterscheiden: Aber nicht nur die Ästhetik ist die gleiche, sondern auch die haptische Empfindung und die Reflexion. Auf der anderen Seite ist das keramische Material viel strapazierfähiger und praktischer als der Naturstein und in einer Vielzahl von Farben und Formaten erhältlich, die für den Naturstein, der die Vorlage bildet, unvorstellbar sind. Neben der Tatsache, dass es, zumindest in dem speziellen Fall von Oz, äußerst kompliziert wäre den Naturstein zu besorgen…

Das heißt?

Der Steinbruch wurde geschlossen: Es blieben nur zwei bereits abgebaute, verkaufte Blöcke übrig und es gibt keine Chance, diesen Stein zu bekommen.

Um welchen Stein handelt es sich?

Ach, das kann ich Ihnen wirklich nicht sagen! Es ist inzwischen so schwierig ein neues Material zu finden, dass, wenn dies geschieht, es unvermeidlich ist, dass man das Geheimnis eifersüchtig hütet! Aus geologischer Sicht handelt sich dabei um ein Material aus Calcit-, Dolomit- und Quarzschichten. Diese Schichten wurden am Ende des Oligozäns gebildet, vor etwa 25 Millionen Jahren, als die Tuffe und Laven im Herkunftsgebiet – einem Gebiet vulkanischen Ursprungs im Zentrum von Deutschland, zwischen Bayern, Hessen und Thüringen – zu sedimentären Sequenzen geworden sind. Als Baumaterial wurde es von der lokalen Bevölkerung seit der Bronzezeit, dann später von den Römern genutzt. Zunächst verlassen wurde der Steinbruch im späten 19. Jahrhundert entdeckt, als er dann im Jahr 1896 wieder geöffnet wurde. Seitdem wurde der Stein, dank seiner Konsistenz und seiner ungewöhnlichen, ausgefallenen und einzigartigen Farbe, aufgrund des sehr hohen Anteils an Calcit und Magnesium, für die moderne Architektur wieder entdeckt und genutzt. Vor kurzem, wie bereits erwähnt, nach der endgültigen Schließung des Steinbruchs, wurde er sehr selten und exklusiv.

Und wo haben Sie ihn letztlich „ausgegraben“!?

Als wir im Jahr 2011 die Serie Cast, inspiriert vom Valser Stein, entwickelt haben, sind wir während einer Reise in die Schweiz, die wir unternommen haben, um dort speziell nach neuen Steine zu suchen, die wir nachbilden konnten, auf ihn gestoßen. Ich wünschte, ich könnte eine ähnliche Geschichte im Fall von Oz erzählen: Im Grunde ist unsere Arbeit ein wenig wie die von einigen Schriftstellern, die über Jahre der Forschung hinweg gesammelte Anregungen und Informationen interpretieren und verarbeiten … Aber so ist es leider nicht. Die Wahrheit ist, dass wir ein Stück von diesem Naturstein schon seit 8 Jahren im Labor haben! Ich kann mich nicht einmal genau erinnern, wie er dorthin gekommen ist … Piero Mesini, der Direktor des Forschungslabors, hatte vor ein paar Jahren auch schon eine Keramik-Version dieses einzigartigen Stücks angefertigt. Als wir uns entschieden haben für 2017 eine Feinsteinzeugkollektion in Stein-Optik zu entwerfen, haben wir ihn in Betracht gezogen und waren der Meinung, es könnte an der Zeit sein, ihn, im ersten internen Meeting, in dem neue Linien der Forschung definiert wurden, unter anderen Stein Themen vorzuschlagen. Der Vorschlag gefiel und man kam zu dem Beschluss ihn zu entwickeln.

Sobald Sie sich für das Thema entschieden haben, wie verlief der Prozess der industriellen Entwicklung?

Umständlich, zumindest in diesem Fall! Weil die Schwierigkeiten sofort begonnen haben: Wir hatten nicht viel mehr als ein vor acht Jahren sichergestelltes Stück. Glücklicherweise erinnerten wir uns daran, wo wir es her hatten. Dann, als wir eine ausreichende Menge für die Nachbildung der Grafik bestellt hatten, warteten wir fast drei Monate, bevor sie bei uns ankam. Die größte Überraschung kam aber noch …

Was für eine Überraschung?

Das gelieferte Material hatte überhaupt nichts mit dem Stein zu tun, den wir im Labor hatten! Oder genauer gesagt, nur etwa ein Viertel der Steine (eine riesige Menge an schweren Platten von 40×40 cm bis 4 cm dick!) ähnelte unserem Stück, aber von den anderen waren einige viel heller, andere viel dunkler, einige röter, einige grauer, andere gingen mehr ins Orange, ein Kaleidoskop von Farbkombinationen, Intensitäten und Zeichnungen! Ich meine, überaus erstaunlich in Bezug auf Reichtum der Farbe und Detailtiefe – wirklich, wunderbar, so etwas haben wir niemals zuvor gesehen, und – glauben Sie mir – im Laufe der Jahre haben wir wirklich viel gesehen! Aber das hatte nichts mit dem zu tun, was wir in dem Meeting präsentiert hatten und von dem wir alle beschlossen hatten, dass sich die Arbeit dafür lohne. Ein Detail, das auch nicht zu vernachlässigen ist, ab diesem Zeitpunkt haben wir drei Monate verloren und viele Tausende von Euro in den Kauf investiert …

Was haben Sie dann gemacht?

Um zu der Anfangsfrage zurückzukommen, die über den Prozess der industriellen Entwicklung. Wir haben die Angewohnheit uns mit den Leitern der Abteilungen, die bei der Entscheidung der Definition neuer Produkte und bei jedem Schritt des Entwicklungsprozesses beteiligt sind, auszutauschen. Diese haben wir ganz einfach eingeladen, sich das Naturmaterial anzusehen, unter der Annahme, dass das, was sie zu sehen bekommen würden, sie wahrscheinlich schockierte: Es ging letztlich nur darum herauszufinden, ob in positiver oder negativer Weise!
Heute können wir uns das leicht vorstellen, wie das war …

Das letzte Wort kam von Danilo Comazzi, dem kaufmännischen Leiter von Novoceram, der sagte: “Ok, machen wir weiter, macht ihn genau so wie er ist: Ihr dürft nicht einmal ein Körnchen entfernen!” Eine Herausforderung, die sich als nicht so einfach erwiesen hat! Die Steine wurden ausgewählt, fotografiert, einer Fotomontage unterzogen, um sie an die großen Keramik-Formate anzupassen, in denen sie in den Handel kommen. Und es begann – vor allem – der Umwandlungsprozess auf einen keramischen Träger, der Hunderte von Tests auf der Fliese beinhaltet, um sie zu perfektionieren und die Präsentation von Laborplatten, um zusammen Änderungen zu diskutieren, die in den folgenden Wochen in einem Prozess der Verbesserungen umgesetzt wurden und um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Sowie die Festlegung der “erfundenen” Farben, die sich von denen des Natursteins unterscheiden…

Was sind das für Farben, im Falle von Oz, und wie wurden sie ausgewählt?

Zusätzlich zu der ursprünglichen Farbe des Natursteins, Original, wird Oz in vier weiteren Farben erhältlich sein: Claire, Chaud, Gris und Foncé. Die Farbe eines so außergewöhnlichen Naturmaterials wie das, das uns als Vorlage dient, zu ändern ist wirklich sehr schwierig: Das Ergebnis erweist sich wahrscheinlich als plump und gekünstelt. Um so mehr im Falle eines Steins wie diesem, der wirklich keinem anderen ähnelt. Wie gesagt, der Naturstein mischt Steinplatten in verschiedenen Farben, die sich wesentlich voneinander unterscheiden: Die Lösung, die wir gefunden haben lag darin, einfach jede Farbe des Sortiments in jeder Familie von Hauptfarben des Steins zu entwickeln. Von der dunkelsten Farbe, Foncé, ein warmes, dunkles Grau über den helleren Farbton, Claire, ein Elfenbein mittlerer Intensität bis zum Zwischenton Chaud, ein schwer zu beschreibendes Grau-Beige, eine Farbe, die sehr im Einklang mit dem Stil von Novoceram ist! Die Steinplatte, die seit 8 Jahren im Labor liegt, gehört genau zu dieser Familie. Es fehlt die fünfte Farbe, das Gris: Die Farbe der Vorlage, die wir auch durch die Stärke der Farbe des geschnittenen Steins erstellt haben, die grauere und kühlere Töne aufweist; die wir dann kühler gemacht haben, um das Sortiment in einer noch ausgewogener Farbbreite anzubieten.

Es fällt auf, dass von den fünf neuen Kollektionen, die Novoceram auf der Cersaie 2016 präsentiert, drei von Naturstein inspiriert sind: Warum das?
Die Entscheidung der Themen der Kollektionen für 2017 ist das Ergebnis eines Prozesses, an dem verschiedene Unternehmensbereiche, insbesondere Marketing, Vertrieb und natürlich die Geschäftsleitung, beteiligt sind und der im Herbst 2015 begann. In den letzten Jahren haben wir mit den Kollektionen Ciment, Azimut, Zen, Vertige und Petitot das Sortiment um Produkte erweitert, die von Materialien wie Beton, Cotto und Harzen inspiriert sind: Offensichtlich wussten wir die Anforderungen unseres Marktes sehr gut zu interpretieren, denn diese Serien konnten große kommerzielle Erfolge verzeichnen. Obwohl die Versuchung weiter auf dieses Sortiment zu setzen da war (an Ideen hätte es uns nicht gemangelt!), entschieden wir uns, diese neue Herausforderung in Angriff zu nehmen. Ein Thema – Stein aus Keramik – das auf dem Zielmarkt von Novoceram (vor allem in Frankreich und in den Französisch sprechenden Ländern) besonders schwierig und das – vielleicht gerade deshalb – in unserem Katalog nicht sehr präsent ist (sicher, es gibt einige glückliche Ausnahmen wie zum Beispiel Cast und Samsara). Wir entschieden uns dazu, diese Herausforderung, wie es unser Stil ist, in einer Art und Weise, die gegenüber den Eigenschaften des Marktes sehr aufmerksam ist und mit Originalität anzunehmen: Wir hoffen, dass wir beide Ziele erreicht haben.

Man kann also sagen, dass in einem gewissen Ausmaß, auch die Entwicklung einer neuen Kollektion von keramischen Fliesen “Design“ ist?

Je nach Kollektion kann der Design-Inhalt mehr oder weniger offensichtlich sein, aber jede Kollektion wird mit großer Sorgfalt in einem langen Prozess der Forschung und Entwicklung konzipiert und geplant. Die Kollektion Azimut zum Beispiel, kennzeichnet sich durch einen Cotto-Beton-Effekt, angeboten in modernen Farben: Wir sind mit einer sehr genauen Idee von dem, was wir erhalten wollten, gestartet und haben einem Handwerker (vielleicht wäre es sinnvoller von einem Künstler zu sprechen) genaue Anweisungen gegeben, der für uns dann Dutzende von Platten hergestellt hat, vollständig von Hand mit Stuck, farbiger Erde und Farben, die wir als Grundlage für die industrielle Verarbeitung des Projektes verwendet haben. In diesem Fall ist der Prozess exakt der des Industriedesigns. Selbst im Falle einer scheinbar genauen Reproduktion eines Natursteins wie bei der Kollektion Oz, gibt es doch einen markanten Charakter im Design und in der Planung. Vor allem bei der Auswahl des Materials: Wir haben mehr als 70% des uns zur Verfügung stehenden Natursteins ausgemustert, weil wir Oz einen bestimmten und wohldefinierten Charakter verleihen wollten. Dann natürlich auch bei der Entwicklung der verschiedenen Farben, die die Kollektion bilden: Wenn die Farbe Original eine exakte Wiedergabe von Farben und Schattierungen des Natursteins ist, so gibt es die anderen vier in der Natur nicht. Diese Farben wurden komplett von uns bestimmt, ganz so, als ob ein Stylist die Stofffarbe seiner eigenen Kollektion auswählen würde.

Warum haben Sie die Kollektion Oz genannt?

Wir wollten keinen Namen verwenden, der in irgendeiner Weise Rückschlüsse auf den ursprünglichen Stein zulässt. Wir suchten einen einfachen, kurzen, ein wenig magischen Namen, der in allen wichtigen Sprachen gleich ausgesprochen wird und der bei den Kunden (fast) überall auf der Welt dieselben Vorstellungen hervorrufen würde. Das Ziel ist, den Geschmack von so vielen unterschiedlichen Kundengruppen zu treffen und die Kollektion in vielen Ländern zu verkaufen, aber so sind wir zumindest mit dem Namen weitergekommen …

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